Gemeinsam mit sieben Content Creators und Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie einer Kollegin vom Thailändischen Fremdenverkehrsbüro freue ich mich an einem kalten Sonntag im Mai auf thailändische Temperaturen, fantastisches Essen und eine spannende Reise durch den Süden Thailands. Mit diesen Aussichten fällt das Einsteigen in die Boeing 777 von Thai Airways am Frankfurter Flughafen besonders leicht.
Teil 1: Krabis grüne Seite
Nach einem entspannten Flug landen wir früh am nächsten Morgen in Bangkok und wechseln direkt in den Anschlussflieger nach Krabi. Dort wartet bereits eine ganze Armada von lokalen Experten von Krabispesialisten auf uns, die uns in den kommenden Tagen begleiten wird. Unser Roadtrip kann beginnen.
Nach einer kurzweiligen Fahrt erreichen wir die Fähre nach Koh Lanta. Auf der Insel angekommen, gönnen wir uns zunächst ein köstliches Mittagessen und den ersten Mango-Smoothie der Reise im Kaw Kwang Seafood Restaurant. Was hatte ich die Aromenvielfalt der thailändischen Küche vermisst!
Anschließend fahren wir weiter zu unserem ersten Hotel, dem Pimalai Resort & Spa im Südwesten von Koh Lanta Yai. Die geschmackvoll eingerichteten Zimmer, die Hanglage, wunderschöne Pflanzen und natürlich die kühle Kokosnuss im Zimmer machen die Anlage zu einem tropischen Paradies. Für eine kurze Abkühlung im Pool reicht die Zeit noch, bevor unser erster Programmpunkt startet.
Auf geht's in den Mu Ko Lanta National Park. Dort geht es zunächst über Stock und Stein durch den Wald. Ausgestattet mit Zwillen und Samenkugeln dürfen wir selbst zur Aufforstung beitragen. Die Aufgabe klingt denkbar einfach: Kugel möglichst weit in den Wald schleudern, Baum wachsen lassen, fertig. In der Praxis stellte sich allerdings heraus, dass die Treffgenauigkeit einiger Teilnehmer durchaus noch Luft nach oben hatte.
Anschließend lernen wir das Projekt A Hero's Tale from Lanta Island's Regenerative Coast: The Hermit Crab kennen. Einsiedlerkrebse gelten als wichtiger Indikator für die Gesundheit von Küstenökosystemen und derzeit werden sie leider nur noch in sechs der 25 Nationalparks entlang der thailändischen Küste gesichtet. Durch Spenden von Reisenden, Hotels und Restaurants sammelt das Nationalparkteam leere Muscheln, die an den Stränden ausgelegt werden. So finden die Krebse ein neues natürliches Zuhause und müssen nicht auf Plastikmüll ausweichen. Das Ergebnis: Die Population erholt sich langsam, und sorgt für saubere Strände. Das Projekt wurde auf der diesjährigen ITB mit dem Green Destinations Award in der Kategorie „Nature & Scenery“ ausgezeichnet. Mehr als 12.000 Muscheln wurden bereits gespendet. Wer mitmachen möchte, kann eigene Muscheln im Besucherzentrum des Nationalparks im Süden von Koh Lanta Yai abgeben.
Nach einem hervorragenden Abendessen im Pimalai Resort, bei dem sich ein Red Pineapple Curry direkt auf meine persönliche Favoritenliste katapultiert, geht es früh ins Bett.
Der Tag war lang und der Wecker klingelt bereits um vier Uhr morgens. Um fünf Uhr starten wir zur Thung Yee Peng Community, wo wir den Sonnenaufgang in traditionellen Ruderbooten erleben möchten. Noch im Halbdunkel gleiten wir durch die Mangrovenwälder und genießen die morgendliche Ruhe, die nur gelegentlich von ein paar vorlauten Affen unterbrochen wird. Leider entscheidet sich das Wetter pünktlich zum Sonnenaufgang für einen dramatischen Auftritt. Der Himmel öffnet seine Schleusen, und statt Fotomotiven gibt es Frühstück im Regenponcho. Während wir den stärksten Schauer abwarten, genießen wir heißen Kaffee und in Bananenblätter gewickelte Klebreisspezialitäten mit Fisch oder süßer Puddingcreme. Absolut köstlich! Ein bisschen Regen kann uns schließlich nicht die Laune verderben – damit muss man in der Regenzeit schließlich immer mal rechnen.
Als wir nach der verkürzten Bootstour zurück im Hotel ankommen, ist es noch nicht einmal acht Uhr. Das hat zumindest einen Vorteil: Es bleibt genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Und dieses sollte das Beste der gesamten Reise bleiben. Ob à la carte, asiatisches Buffet oder westliche Klassiker, die Auswahl ist riesig und alles schmeckt hervorragend. Leider heißt es danach schon wieder Koffer packen. Für uns geht es zurück aufs Festland.
Dort wartet direkt der nächste kulinarische Stopp auf uns: das bei Einheimischen und Reisenden gleichermaßen beliebte Ruenmai Restaurant in Krabi Town. Das wunderschöne Gartenrestaurant mit seinem beeindruckenden Bambusdach lebt Nachhaltigkeit konsequent vor. Alle Gerichte werden frisch und ohne Chemie zubereitet, die Zutaten stammen von Bio-Bauernhöfen und kleinen Fischereibetrieben und es werden vor allem saisonale Produkte verarbeitet. Man schmeckt sofort die 1A Qualität.
Ganz in der Nähe von Ao Nang sind wir anschließend bei Souvenirs from the sea zu Gast. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Meeresmüll in stilvolle Andenken zu verwandeln. Aus gesammelten Materialien entstehen Taschen, Dekorationen und Accessoires – jedes Stück ein Unikat. Unter Anleitung von Gründerin Wiyada Kowsanti gestalten wir unsere eigenen Taschen. Der Spaßfaktor ist hoch, das handwerkliche Talent bei einigen Teilnehmern, inklusive der Autorin, ausbaufähig. Absolute Empfehlung: Am Ende nimmt man ein ganz persönliches Souvenir mit nach Hause. Für Bastelmuffel gibt es außerdem einen kunterbunten Shop und ein kleines Café mit ausgezeichnetem Kaffee.
Für die Nacht beziehen wir unsere Zimmer im Varana Hotel Krabi gegenüber vom Klong Muang Beach. Bei einem Rundgang erfahren wir mehr über die Wellness- und Sportangebote – darunter sogar ein 50-Meter-Schwimmbecken – sowie über zahlreiche Umweltmaßnahmen. Viele Materialien in den Zimmern wurden recycelt und in der Küche stehen Bio-Qualität und Zero Waste im Mittelpunkt. Besonders spannend: Das Hotel hält eigene stachellose Bienen. Den frisch geernteten Honig dürfen wir direkt probieren. Anschließend testen wir das Hydrotherapie-Wellnesserlebnis „NAAM“. An zehn verschiedenen Stationen – darunter eine natürliche Schlammpackung, ein Kräuterdampfbad, ein Schwebebecken und ein Meditationspool – dreht sich alles um Entspannung und Regeneration. Genau das Richtige nach den kurzen Nächten der vergangenen Tage.
Zum Abendessen erwartet uns einer der schönsten Ausblicke der Reise. Auf dem Khaothong Hill lassen wir den Blick über die faszinierende Inselwelt der Phang-nga-Bucht schweifen. Nach einer entspannenden Massage in der Nähe des Hotels fallen wir schließlich müde ins gemütliche Bett und freuen uns darauf, am nächsten Morgen mit Blick auf Koh Hong aufzuwachen.
Daraus wird allerdings nichts. Es gewittert, und von Koh Hong ist weit und breit nichts zu sehen. Wir brechen früh auf, frühstücken unterwegs das vermutlich beste Banana Bread der Welt aus der Bäckerei vom Varana Hotel und fahren zur Ban Nai Nang Tourism Community. Die kleine Gemeinde liegt eingebettet zwischen Mangrovenwäldern und Kalksteinfelsen und bewahrt seit über hundert Jahren ihre Traditionen. Die rund 1.600 Einwohnerinnen und Einwohner setzen sich aktiv für den Schutz ihrer natürlichen Umgebung ein. Gemeinsam mit einigen Dorfbewohnerinnen bereiten wir zunächst einen intensiv süßen Bananensnack im Bananenblatt zu und probieren frischen Maracujasaft. Ganz ehrlich: Ich wusste bis dahin weder, wie unglaublich gut eine Passionsfrucht aus eigenem Anbau schmecken kann – noch wie sie eigentlich wächst.
Anschließend unternehmen wir eine Bootsfahrt durch die Khao-Karos-Bucht. Wegen des gestiegenen Wasserstands müssen wir die Tour leider etwas verkürzen. Dafür besuchen wir die stachellosen Bienen des Dorfes und genießen ein traditionelles Mittagessen, das von den Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern zubereitet wurde. Dabei erfahren wir viel über das Leben in der Gemeinde, den Obst- und Gemüseanbau sowie die Bedeutung der Bienenzucht. Wer seinen Urlaub an Krabis Küste verbringt, kann die Ban Nai Nang Community übrigens ebenfalls besuchen. Es werden verschiedene Halb- und Ganztagesausflüge angeboten.
Möchtet Ihr unsere Reise weiterverfolgen? Dann geht es hier weiter mit Teil 2.
Wichtiger Hinweis: Diese Reise war eine Informationsreise für Journalisten und Content Creators, organisiert vom Thailändischen Fremdenverkehrsamt. Das bedeutet: Ein straffer Zeitplan, viele Programmpunkte – aber leider auch wenig Raum zum Verweilen, für individuelle Erkundungen und Street-Food-Erlebnisse. Gerade weil uns so viele Orte begeistert haben, möchten wir empfehlen, dass Ihr Euch mehr Zeit nehmt. In jedem der besuchten Orte lohnt es sich, mindestens ein bis zwei Nächte länger zu bleiben, um die besondere Atmosphäre und die vielfältigen Eindrücke in Ruhe auf sich wirken zu lassen.