Am nächsten Morgen werden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt – perfektes Timing, denn heute geht es an die Golfküste.
Teil 3: Entspannte Tage an der Golfküste
Auf dem Weg nach Khanom in der Provinz Nakhon Si Thammarat legen wir natürlich den obligatorischen Thailand-Roadtrip-Stopp bei 7-Eleven und Amazon Café ein. Dort entdecke ich ein paar ganz besonders kreative Mode-Plagiate, zum Beispiel eine Jacke mit dem Aufdruck „Pspei“. Bis heute bereue ich, dieses modische Meisterwerk nicht gekauft zu haben. Es hätte definitiv Kultpotenzial gehabt.
In Khanom angekommen, erwartet uns im Khanom Sea Food nicht nur ein traumhafter Blick aufs Meer, sondern auch ein Festmahl aus allem, was der Ozean zu bieten hat. Und zwar so gut, dass sich viele von uns schnell einig sind: Besser haben wir auf dieser Reise bisher nicht gegessen. Frisch gestärkt schlendern wir anschließend über den kleinen Markt von Khanom, probieren die berühmt-berüchtigte Durian und bestaunen die kunterbunten Fischerboote im Hafen.
Danach wird es Zeit für den Hotel-Check-in. Für die nächsten zwei Nächte darf ich eine großzügige Pool-Villa im wunderschönen Khanom Beach Resort & Spa mein Zuhause nennen. Das Boutique-Hotel mit seinen 31 Zimmern wurde erst vor wenigen Jahren eröffnet und liegt direkt am herrlichen Strand von Khanom. Klar, dass wir nach der Ankunft zuerst den Strand und anschließend den Pool testen mussten – rein aus journalistischen Gründen natürlich.
Nach dieser dringend notwendigen Abkühlung fahren wir weiter zum wohl beliebtesten Fotospot der Gegend: der hügeligen Küstenstraße zwischen Khanom und Sichon. Mit Kokosnuss-Eis in der Hand genießen wir die Aussicht und machen unzählige Fotos. Die besten entstehen selbstverständlich mitten auf der Straße. Die besorgt ausgerufene Warnung „Car! Auto!“ unseres Guides Sun klingt mir dabei noch tagelang in den Ohren, aber zum Glück ist die Straße selten befahren. Der wunderbar entspannte Tag endet mit einem ausgezeichneten Dinner im Hotel. Dabei erzählen uns die beiden jungen Besitzer – Brüder aus Khanom – gemeinsam mit einem Kollegen aus Sichon viel über ihre Heimatregion, die trotz ihrer Schönheit noch immer als echter Geheimtipp gilt.
Am nächsten Morgen heißt es wieder früh aufstehen, denn eine ganz besondere Verabredung wartet auf uns. Bereits um 7:30 Uhr sitzen wir am Ban Khao Ok Community Pier in Longtail-Booten und fahren hinaus aufs Meer. Unser Ziel: die seltenen rosa Delfine von Khanom, offiziell als Indo-Pacific Humpback Dolphins (Sousa chinensis) bekannt. Bei einer früheren Tour hatte ich leider kein Glück, deshalb ist die Freude umso größer, als wir schon nach wenigen Minuten die ersten Tiere entdecken. Und ja, sie sind tatsächlich rosa! Der Grund dafür ist übrigens ganz einfach: Mit zunehmendem Alter wird ihre Haut dünner, sodass die darunterliegenden Blutgefäße stärker durchscheinen. Jungtiere sehen daher noch ganz gewöhnlich grau aus. Wir beobachten mehrere Delfine, doch fotografisch bleiben sie uns überlegen. Die Tiere sind erstaunlich flink unterwegs und tauchen meistens genau dann ab, wenn man endlich die Kamera richtig ausgerichtet hat.
Nach der erfolgreichen Delfinsuche geht es weiter zu den Pancake Rocks, einer außergewöhnlichen Felsformation, die es weltweit nur hier und in Neuseeland gibt. Unterwegs begegnen wir neugierigen Schweinen und legen noch einen Stopp auf der kleinen Insel Koh Nui Nok mit ihrem Schrein und einer heilige Süßwasserquelle ein, bevor wir ein frühes Mittagessen und später im Hotel ein bisschen Freizeit im Pool genießen.
Zum Sonnenuntergang gehen wir in Sichon an Bord eines traditionellen Holzdampfers von Wynd Voyage. Mit einer angenehmen Brise im Gesicht schippern wir gemütlich den Sichon River entlang bis zum Meer. Während die Sonne langsam tiefer sinkt und die Landschaft in warmes Gold taucht, genießen wir den Blick aufs Ufer, kühle Kokosnüsse und gute Unterhaltungen.
Nach einem leckeren Frühstück am Meer packen wir unsere Koffer heute mit etwas mehr Sorgfalt als in den vergangenen Tagen. Der Grund: Am Abend geht es weiter nach Bangkok, wo wir weitere grüne Routen erkunden werden (mehr dazu in Teil 4). Doch bevor wir uns in die Millionenmetropole aufmachen, wartet noch ein spannender Tag in der Provinz Nakhon Si Thammarat auf uns.
Unser heutiges Ziel ist Ban Khiriwong, ein idyllisches Bergdorf am Fuße der bewaldeten Berge von Nakhon Si Thammarat. Der Ort gilt als eines der Gebiete mit der besten Luftqualität Thailands und begeistert mit üppiger Natur, tropischem Grün und einer angenehm entschleunigten Atmosphäre. Statt Stränden und Meer stehen heute wieder authentische Einblicke in das Dorfleben und nachhaltiger Tourismus auf dem Programm. Gemeinsam mit lokalen GastgeberInnen tauchen wir in die Traditionen, das Handwerk und den Alltag der Gemeinde ein. So erfahren wir beispielsweise, wie aus Mangosteen-Schalen natürliche Body Scrubs hergestellt werden. Natürlich bleibt es nicht bei der Theorie. Wir dürfen selbst kreativ werden und ein kleines Tuch mit Farben aus Mangosteen und Rambutan batiken. Beeindruckend, was hier aus vermeintlichen Reststoffen alles entsteht! Zum Mittagessen sind wir in einem traditionellen Homestay zu Gast. Die hausgemachten Gerichte schmecken hervorragend – und wenn man besonders charmant nachfragt, darf man sogar das Geschirr mitnehmen.
Anschließend besuchen wir einen traditionellen Obstgarten. Zwischen Mangostan-, Rambutan- und anderen tropischen Obstbäumen erfahren wir mehr über die nachhaltige Landwirtschaft der Region und die beeindruckende Artenvielfalt, die hier gepflegt wird. Anders als auf klassischen Plantagen wachsen die verschiedenen Pflanzen bunt gemischt nebeneinander und schaffen so ein natürliches Gleichgewicht. Bei einem Abstecher zum Wang Mai Pang Wasserfall zeigt uns der Obstbauer noch eine ganz besondere Fähigkeit: Fische mit bloßen Händen fangen. Es sieht bei ihm überraschend einfach aus, die praktische Umsetzung durch unsere Gruppe gestaltet sich allerdings deutlich schwieriger. Trotz großer Motivation und einiger vielversprechender Versuche bleiben die Fische am Ende die klaren Sieger.
Gerade diese persönlichen Begegnungen und spontanen Erlebnisse machen unsere Reise so besonders. Trotzdem heißt es langsam Abschied nehmen. Auf dem Weg zum Flughafen bleibt in Nakhon Si Thammarat noch Zeit für einen Besuch des beeindruckenden Tempels Wat Phra Mahathat Woramahawihan, einen Streifzug durch den Supermarkt auf der Suche nach Mitbringseln und ein Abschiedsessen. Dann wird es endgültig Zeit, unsere Guides zu verabschieden. Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck geht es zum Flughafen. Ready for Take-off – nächster Stopp: Bangkok!
Diese Reise wurde hervorragend mitorganisiert und begleitet von den Krabispesialisten.
Möchtet Ihr unsere Reise weiterverfolgen? Dann geht es hier weiter mit Teil 4.
Habt Ihr den Anfang der Reise verpasst? Dann findet ihr hier Teil 1 und Teil 2.
Wichtiger Hinweis: Diese Reise war eine Informationsreise für Journalisten und Content Creators, organisiert vom Thailändischen Fremdenverkehrsamt. Das bedeutet: Ein straffer Zeitplan, viele Programmpunkte – aber leider auch wenig Raum zum Verweilen, für individuelle Erkundungen und Street-Food-Erlebnisse. Gerade weil uns so viele Orte begeistert haben, möchten wir empfehlen, dass Ihr Euch mehr Zeit nehmt. In jedem der besuchten Orte lohnt es sich, mindestens ein bis zwei Nächte länger zu bleiben, um die besondere Atmosphäre und die vielfältigen Eindrücke in Ruhe auf sich wirken zu lassen.