Nach einem kurzen ruhigen Flug landen wir am Don Mueang Airport in Thailands Mega-Metropole Bangkok, wo unsere Fahrer schon auf uns warten und uns in die Stadt bringen.
Teil 4: Bangkok
Schon beim Einchecken im Living Room unseres Hotels, der hier die Rezeption ersetzt, ist klar, dass uns hier etwas Besonderes erwartet. Denn für zwei Nächte beziehen wir unsere Zimmer jetzt im Capella Bangkok, das 2024 von The World’s 50 Best Hotels zum besten Hotel der Welt gekürt wurdea. Und so lassen wir den Tag mit einem unvergleichlichen Blick auf den Chao Phraya ausklingen. In diesen Betten einzuschlafen fällt nicht schwer, eher das Gegenteil: Das Aufstehen am nächsten Morgen wird zur echten Herausforderung. Aber ein fantastisches Frühstück und ein ganz besonderes Programm locken uns aus den flauschigen Federn.
Bangkok. Die Stadt der Wolkenkratzer, Rooftop-Bars, Staus und gefühlt acht Millionen Menschen, die immer gerade irgendwo auf dem Weg sind. Doch heute lernen wir eine ganz andere Seite der thailändischen Hauptstadt kennen. Statt Shopping-Malls und Verkehrschaos stehen grüne Oasen, historische Wasserwege und kreative Hotspots auf dem Programm. Bereits am frühen Morgen treffen wir Michael von Bangkokvanguards, der uns zunächst nach Thonburi mitnimmt – dem ursprünglichsten Teil Bangkoks auf der anderen Seite des Chao-Phraya-Flusses.
Unser erster Stopp ist Talat Phlu, ein historisches Viertel mit kleinen Gassen, traditionellen Häusern und jeder Menge Streetfood. Während die Stadt langsam erwacht, schlendern wir durch die Nachbarschaft und über den Wat Klang Market, kaufen hier und da Verpflegung für den Vormittag und bekommen einen Eindruck davon, wie Bangkok vor vielen Jahrzehnten ausgesehen haben muss. Seinen Namen verdankt das Viertel übrigens dem Handel mit „Phlu“ (Betelblättern), die früher zusammen mit Betelnüssen gekaut wurden. Die Blätter aus den umliegenden Gärten wurden über den Khlong Bangkok Yai zu den Handelsplätzen am Wasser transportiert.
Vom Markt geht es weiter zum Pier, wo bereits unser Fortbewegungsmittel für den Vormittag wartet: das solarbetriebene E-Boot von Sun, der wirklich den perfekt passenden Namen für sein Business gewählt hat. Lautlos gleiten wir durch die historischen Khlongs von Bangkok, die der Stadt einst den Beinamen „Venedig des Ostens“ eingebracht haben, während rundherum die Longtail-Boote vor sich hin knattern. Zwischen Stelzenhäusern, Tempeln, Big Buddha und tropischem Grün scheint die hektische Millionenstadt plötzlich ganz weit weg.
Unterwegs legen wir einen Stopp am Künstlerhaus Baan Silapin ein. Das liebevoll restaurierte Holzhaus dient heute als kreativer Treffpunkt für Künstler und Influencer und zeigt, wie Tradition und Moderne in Bangkok miteinander verschmelzen können. Und als wir bei Khao Niew Moon Pa Nee (Auntie Panee Sweet Sticky Rice) vorbeikommen, können wir nicht widerstehen und holen uns noch schnell ein bisschen vom wohl besten Mango Sticky Rice der Stadt – to go, versteht sich. Zum Mittagessen erwartet uns mit dem Poomjai Garden eine grüne Oase. Hier bewahrt man die Tradition eines mehr als hundert Jahre alten Litschi-Gartens und schafft mitten in der Großstadt einen Ort der Ruhe. Zwischen alten Bäumen, schattigen Wegen und offenen Pavillons genießen wir nicht nur ein leckeres Mittagessen, sondern auch unseren selbst mitgebrachten Nachtisch und eine kleine Auszeit vom Trubel Bangkoks.
Diese E-Boot-Tour ist wirklich sehr empfehlenswert, zu buchen mit deutschsprachiger Begleitung über Bangkokvanguards.
Am Nachmittag wird es modern. Im Dib Museum, einem der neuesten Kunstmuseen der Stadt, entdecken wir zeitgenössische Werke internationaler und thailändischer Künstler. Das Museum zeigt auch architektonisch eindrucksvoll, wie sich Bangkok in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Zentrum für moderne Kunst und kreative Innovation entwickelt hat.
Danach wechseln wir erneut die Perspektive und besuchen den Dusit Arun Park auf dem Dach der neuen Dusit Central Park Mall. Mitten zwischen modernen Hochhäusern entstand hier eine grüne Oase, die vollständig mit heimischen Pflanzen gestaltet wurde. Von hier oben bietet sich ein faszinierender Blick auf die Skyline und den nahegelegenen Lumphini Park – ein perfektes Beispiel dafür, wie Bangkok versucht, Schritt für Schritt grüner zu werden. Zum Abschluss des Tages fahren wir nach Tha Tien, eine der ältesten Flussgemeinden der Stadt. Die historischen Gassen und die Lage direkt am Chao Phraya verleihen dem Viertel eine ganz besondere Atmosphäre. Während die Sonne langsam untergeht, nehmen wir auf der Dachterrasse des Restaurants Chom Arun Platz. Vor uns glitzert der Fluss und auf der anderen Seite erhebt sich majestätisch Wat Arun, der berühmte Tempel der Morgenröte. Mit dem Sonnenuntergang, der die Tempeltürme in goldenes Licht taucht, endet ein Tag, der Bangkok von seiner vielleicht schönsten Seite zeigt – laut und leise zugleich, chaotisch und doch voller überraschender Ruheinseln.
Am nächsten Morgen geht es direkt mit einem weiteren Höhepunkt weiter. Auf Einladung des Capella Bangkok besuchen wir den Bootstempel Wat Yannawa und treffen dort den Mönch Phra Ajan Prasert. Er spricht mit uns und nimmt sich auch Zeit für eine kurze Meditation. Das Hotel-Team hat zudem Opfergaben für uns vorbereitet, und wir bekommen die Möglichkeit, all unsere Fragen zu stellen und zu fotografieren. Ein sehr bewegendes und zugleich überraschend persönliches Erlebnis, das noch lange nachhallt.
Anschließend spazieren wir zurück zum Hotel und nutzen die Gelegenheit, uns dort noch ein wenig umzusehen. Sogar ein Blick in den hauseigenen Gemüsegarten ist erlaubt – ein schönes Beispiel dafür, wie viel Wert hier auf Nachhaltigkeit gelegt wird. Zurück im Restaurant werden uns noch einmal all unsere Lieblingsgerichte serviert, fast so, als hätte die Küche genau mitgeschrieben, was wir in den letzten Tagen besonders gern gegessen haben.
Mit dem Shuttleboot des Capella setzen wir danach über zur IconSiam Mall, um noch ein paar letzte Souvenirs zu besorgen oder einen Blick auf die neuesten Fashion-Trends zu werfen. Bangkok zeigt sich hier noch einmal von seiner topmodernen Seite, bevor es langsam Abschied nehmen heißt. Zurück im Hotel genieße ich dank Late Check-out noch einmal den Blick vom Balkon und die freistehende Badewanne – zwei kleine Luxusmomente, die den Abschied nicht gerade leichter machen. Doch irgendwann ist es so weit: Nach dem Packen der Koffer und dem Check-out geht es Richtung Flughafen.
An Bord der Thai Airways sorgt ein verspäteter Nachtflug mit Start um 2 Uhr morgens dafür, dass ich bereits vor dem Abheben einschlafe und erst so richtig wieder über Europa aufwache. Eine ereignisreiche Reise mit wunderbaren Mitreisenden geht schließlich am Frankfurter Flughafen zu Ende. Im Gepäck: unzählige Currypasten, fragwürdige Snacks aus dem 7-Eleven und die Erkenntnis, dass man Thailand zwar verlassen kann, Thailand einen selbst aber irgendwie nie ganz loslässt. Bis zum nächsten Mal!
Mein Fazit
Wenn man an Thailand denkt, kommen vielen zuerst Traumstrände, Tempel und Streetfood in den Sinn. Diese Reise hat jedoch gezeigt, dass das Land noch weit mehr zu bieten hat. Ob in den Mangroven von Krabi, an der Küste von Khanom, bei den Elefanten, in den Communities oder auf den historischen Wasserwegen Bangkoks – überall standen Menschen im Mittelpunkt, die ihre Heimat mit Leidenschaft bewahren und gleichzeitig neue, nachhaltige Wege für den Tourismus schaffen.
Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der Erlebnisse. Innerhalb weniger Tage wechselten sich unberührte Natur, kulinarische Entdeckungen, kulturelle Begegnungen, kreative Workshops und luxuriöse Hotelerlebnisse ab. Dabei fühlte sich keine Station wie ein klassisches Touristenprogramm an. Stattdessen bekamen wir immer wieder die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen und Orte kennenzulernen, die bei den meisten Thailand-Reisende vermutlich (noch) nicht auf der Liste stehen. Wer Thailand bereits kennt, wird überrascht sein, wie viele unbekannte Facetten das Land noch bereithält. Und wer zum ersten Mal reist, findet hier eine wunderbare Möglichkeit, Thailand authentisch, entschleunigt und nachhaltig zu erleben.
Habt Ihr den Anfang der Reise verpasst? Dann findet ihr hier Teil 1, Teil 2 und Teil 3.
Wichtiger Hinweis: Diese Reise war eine Informationsreise für Journalisten und Content Creators, organisiert vom Thailändischen Fremdenverkehrsamt. Das bedeutet: Ein straffer Zeitplan, viele Programmpunkte – aber leider auch wenig Raum zum Verweilen, für individuelle Erkundungen und Street-Food-Erlebnisse. Gerade weil uns so viele Orte begeistert haben, möchten wir empfehlen, dass Ihr Euch mehr Zeit nehmt. In jedem der besuchten Orte lohnt es sich, mindestens ein bis zwei Nächte länger zu bleiben, um die besondere Atmosphäre und die vielfältigen Eindrücke in Ruhe auf sich wirken zu lassen.